Vertreterversammlung der Volksbank eG, Waltrop stimmt über Fusion mit Dortmund ab

von links: Gregor Mersmann, Ulrich Beckmann, Harald Lamprecht und Ludger Suttmeyer

Es war keine gewöhnliche Vertreterversammlung zu der Harald Lamprecht, Aufsichtsratsvorsitzender der heimischen Volksbank, am Donnerstag die Gäste in der Stadthalle Waltrop begrüßte. Die 351 Mitgliedervertreter der Genossenschaftsbank waren eingeladen worden, um an einer richtungsweisenden Entscheidung mitzuwirken – der Fusion mit der Dortmunder Volksbank.

Bereits im Mai wurden die Vertreter über die geplanten Sondierungsgespräche unterrichtet und im September umfangreich über die Beweggründe, die Sinnhaftigkeit und den aktuellen Verhandlungsstand informiert.

Nach angeregten Diskussionen schon in diesen Informationsveranstaltungen zeigte sich eine überwältigende Mehrheit von den Vorteilen der Fusion überzeugt und gab ein positives „Vorab-Votum“ ab.

Vorstand und Aufsichtsrat hatten im Vorfeld leidenschaftlich für die Verschmelzung geworben und betonten, auch auf der außerordentlichen Vertreterversammlung am Donnerstag nochmals ihre absolute Überzeugung, mit der Dortmunder Volksbank den idealen Partner gefunden zu haben.

„Es passt perfekt, da unsere Geschäftsmodelle nahezu identisch sind und sich unsere Aufwands- und Ertragspositionen optimal ergänzen“, begründeten sie ihre Überzeugung.

Bevor es an die entscheidende Abstimmung über die Verschmelzung der beiden Banken ging, benötigt wurde eine  Mehrheit von Dreiviertel der gültig abgegebenen Stimmen, stellte der Vorstand noch einmal ausführlich die erzielten Verhandlungsergebnisse vor und erläuterte den Entwurf des Verschmelzungsvertrages.

„Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, resümierte Vorstandsmitglied Gregor Mersmann. „Für beide Banken haben die Förderung ihrer Mitglieder sowie die persönliche Nähe und Kompetenz vor Ort oberste Priorität. Dies war uns besonders wichtig, um unsere Niederlassungen mit den vertrauten Ansprechpartnern nicht nur langfristig zu sichern, sondern sogar noch weiter zu stärken.“ Die Niederlassungsleiter werden mit umfangreichen Entscheidungsbefugnissen ausgestattet.

Mit Nachdruck betonte sein Vorstandskollege Ludger Suttmeyer, dass es sich bei der Volksbank eG, Waltrop um ein absolut gesundes und solides Kreditinstitut handle, dass nicht fusionieren müsste. Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit der Bank für die Zukunft zu sichern. „Aus der Stärke heraus können wir die unternehmerischen Themen bei der Gestaltung des neuen fusionierten Institutes, wie die Besetzung von Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebene, die Geschäftsstellenstandorte und die Geschäftspolitik mit Gewicht mitbestimmen“, so Suttmeyer.

Dass die Gespräche auf Augenhöhe stattfanden, belegen die prozentualen Anteile der Organmitglieder der Volksbank eG in der neuen, fusionierten Bank. Die übliche Vergleichsgröße bei einer Verschmelzung, die Bilanzsumme, entspricht einem Anteil von 11,50% in der neuen Bank. Nicht ohne Stolz konnten Suttmeyer und Mersmann verkünden, dass die Vertreterschaft mit einem Anteil von 18,4% beteiligt sein wird, der Aufsichtsrat mit 23,8% und der Vorstand, nach einer durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorgeschriebenen Qualifizierungszeit von einem Jahr, sogar ein Drittel des neuen Gesamtvorstandes bildet. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank eG, Waltrop, Harald Lamprecht, wird zudem in der fusionierten Bank den Posten des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen.

Um den richtigen Zeitpunkt der Fusion zu verdeutlichen, wies Suttmeyer auf die sich existenziell verschärfenden Rahmenbedingungen hin, die zu deutlichen Marktbereinigungen und somit wohl auch zum Verschwinden von Banken führen werden. „Wir sind überzeugt“, so Suttmeyer, „dass wir uns im Zusammenschluss mit einer größeren Volksbank, die ebenso gesund und mit einer ähnlichen Philosophie erfolgreich am Markt arbeitet, erfolgreicher den nachhaltigen Veränderungen und den immer komplexer werdenden Herausforderungen stellen können.“

Nach der Verlesung des Prüfungsgutachtens des Genossenschaftsverbandes - Verband der Regionen e.V. eröffnete Harald Lamprecht dann die Abstimmung. Die Vertreter hatten es nun selbst in der Hand zu entscheiden, ob aus den zwei Banken eine werden soll.

Angesichts der Bedeutung dieses Votums für die Zukunftsfähigkeit des heimischen Kreditinstitutes war die Anspannung bei Vorstand und Aufsichtsrat verständlicherweise hoch.

Umso größer dann die Erleichterung bei allen Beteiligten über das eindeutige Votum der Vertreter. In einer offenen Wahl genehmigte die Versammlung die angestrebte Verschmelzung mit einer Zustimmungsquote von beeindruckenden 98,7 %. Sollten auch die Dortmunder Vertreter, die am 25. November zur Abstimmung geladen sind, positiv entscheiden, steht der Fusion damit nichts mehr im Wege. Der Verschmelzungsstichtag ist der 01.01.2020. Das verschmolzene Institut gehört danach zu den größten Volksbanken in Deutschland.

Versammlungsleiter Harald Lamprecht dankte den Vertretern für das überzeugende Votum und das bewiesene Vertrauen. „Wir haben heute Geschichte für unsere Volksbank geschrieben und den Weg freigemacht, die anstehenden Herausforderungen zukünftig in einer sehr viel größeren Einheit erfolgreicher angehen zu können“, freute er sich über das Ergebnis.

Die Nominierungsvorschläge für die Wahl in den zukünftigen Aufsichtsrat der Dortmunder Volksbank, Frau Helga Gödeke sowie die Herren Ulrich Beckmann, Dr. Thomas Hölscher, Harald Lamprecht und Bernd Tewes, wurden einstimmig angenommen.

Auch die Festlegung der Mitgliedervertreter für den Wahlausschusses, der für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl der zukünftigen Vertreter zuständig ist, verlief ohne Gegenstimmen.

Letztmalig wird das Bankparlament in der jetzigen Zusammensetzung voraussichtlich im Juni nächsten Jahres nochmals zusammenkommen, um den Jahresabschluss für das Jahr 2019 zu genehmigen.

Die technische Fusion, also der Zeitpunkt, ab dem dann auch operativ eine gemeinsame Volksbank entsteht, wird voraussichtlich im Herbst 2020 stattfinden.