Coronavirus führt zur Absage der Volksbank-Vertreterversammlung

Die Absage fällt Vorstandsmitglied Ludger Suttmeyer schwer.

Jetzt steht es fest: Die geplante Vertreterversammlung der Volksbank eG, Waltrop am 23.06.2020 wird nicht stattfinden.

Angesichts der aktuellen Einschränkungen durch das Coronavirus COVID-19 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der Bank zu diesem außergewöhnlichen Schritt entschieden. „Für uns ist das besonders schmerzhaft,  da dies unsere letzte Vertreterversammlung vor der Fusion mit der Dortmunder Volksbank gewesen wäre. Aber der verantwortungsvolle Umgang mit den aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie und vor allen Dingen die Sorge um die Gesundheit unserer Mitgliedervertreter hat uns leider keine andere Wahl gelassen“, begründet Vorstandsmitglied Ludger Suttmeyer die Entscheidung, die man schweren Herzens getroffen hat.

Auf eine umfangreiche Information und ihr Stimmrecht müssen die 351 Mitgliedervertreter trotz der Absage natürlich nicht verzichten. Schriftlich stellte die Volksbank ihren Vertretern alle Informationen zur Verfügung, die auch bei einer Präsenzveranstaltung auf der Tagesordnung gestanden hätten.

Die aktuellen genossenschaftlichen Ausnahmeregelungen, die der Gesetzgeber in den vergangenen Tagen beschlossen hat, ermöglichen es der Volksbank nun, dass die Beschlüsse der Vertreter schriftlich gefasst werden und der Aufsichtsrat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 feststellt.

„Wir hätten uns das alle anders gewünscht“, so Ludger Suttmeyer, „aber in der aktuellen Situation ist dies für uns der verantwortungsvollste Weg, sowohl den gesetzlichen Anforderungen zu genügen als auch Vertreter und Mitarbeiter vor der Infektion zu schützen.“

Auch in diesem Jahr hatten Aufsichtsrat und Vorstand geplant, eine vierprozentige Dividende an die fast 35.000 Mitglieder der Genossenschaftsbank zu zahlen. Doch hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angesichts der COVID19-Pandemie und der daraus entstehenden tiefen Rezession die Empfehlung ausgesprochen, dass alle Banken bis Oktober 2020 keine Dividende an ihre Anteilseigner ausschütten sollen.

„Wir können nicht nachvollziehen, dass Volksbanken wie wir, die solide Erträge erwirtschaftet haben und über eine starke Eigenkapitalausstattung verfügen, nicht selbstständig darüber entscheiden dürfen, ihren Eigentümern den zugewiesenen Anteil am Wirtschaftserfolg der Bank für das Jahr 2019 auszuzahlen“, zeigt sich Ludger Suttmeyer sehr verärgert über diese Vorgabe. Dennoch haben Aufsichtsrat und Vorstand im Rahmen ihrer gemeinsamen Sitzung am 28.04.2020 beschlossen, sich der mit hohem aufsichtsrechtlichen Nachdruck vorgetragenen Empfehlung zu beugen und sehen in ihrer Entscheidung vielmehr ein Zeichen der Solidarität in außergewöhnlichen Zeiten. Es ist angedacht, die nachträgliche Ausschüttung der Dividende in der ersten Vertreterversammlung der neu fusionierten Bank zu beschließen, die voraussichtlich im November stattfinden wird.

„Wir hoffen sehr, dass es die politischen Rahmenbedingungen um die Corona-Pandemie zulassen, diese Vertreterversammlung wieder mit persönlichen Begegnungen und konstruktiven Gesprächen durchzuführen“, so Suttmeyer.