Bezirkswahl Waltrop

Pressemitteilung vom 19.02.2013

Volksbank-Mitglieder wählen ihr ‘Bank-Parlament‘ für die nächsten 4 Jahre

 

 

In die Stadthalle eingeladen waren gestern die Volksbank-Mitglieder aus dem Wahlbezirk Waltrop, um ihre Vertreter zu wählen.

 

Nach dem Prinzip „Ein Mann – Eine Stimme“, darf jedes Mitglied der Volksbank an dieser Wahl teilnehmen. Die gewählten Vertreter stimmen dann im Rahmen der Vertreterversammlung unter anderem über die Gewinnverwendung ab, entlasten den Vorstand und wählen den Aufsichtsrat.

Um die ordnungsgemäße Durchführung der anstehenden Wahlen vorzubereiten, hatte der hierfür verantwortliche Wahlausschuss, der in der letzten Volksbank-Vertreterversammlung gewählt wurde, im Vorfeld bereits mehrfach getagt. Hierbei wurde unter anderem festgelegt, dass fünf Bezirkswahlversammlungen in den Geschäftsbereichen der Volksbank in Waltrop, Oer-Erkenschwick, Datteln, Lünen/Brambauer und Henrichenburg/Habinghorst/Ickern stattfinden, in denen die Wahl der insgesamt 342 Vertreter und 18 Ersatz-vertreter erfolgt. Davon entfallen 92 Vertreter und 5

Ersatzvertreter auf den Geschäftsbereich Waltrop. Im Wahlausschuss waren hier vertreten: Renate Bölhauve und Ferdinand Burbaum.

 

Nach der Begrüßung durch den Wahlausschussvorsitzenden Klaus Eickenscheidt zu Beginn der gestrigen Wahlversammlung, nahm Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe gerne die Gelegenheit wahr, der lokalen Bindung der Volksbank zur Region und damit auch zur Stadt Waltrop in ihren Grußworten Ausdruck zu verleihen.

 

Im Anschluss übernahm wieder Klaus Eickenscheidt die Bekanntgabe einiger Regularien und gab einen kurzen Überblick über die vorangegangenen Tätigkeiten des Wahlausschusses, der im Vorfeld bereits Wahlvorschläge erarbeitet hatte.

 

Die in der Wahlversammlung anwesenden Mitglieder nutzten anschließend nicht nur ihr Wahlrecht - maximal konnten sie 97 Kreuze auf ihrem Wahlzettel anbringen. Sie ließen sich außerdem von Vorstandsprecher Ludger Suttmeyer unmittelbar über die konjunkturelle Entwicklung Europas und der Bundesrepublik im vergangenen Jahr, insbesondere aber über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Volksbank informieren.

 

Wichtig war es Suttmeyer hierbei, sich auf ein möglichst überschaubares Zahlenwerk zu beschränken. Mit einem Anstieg von 5,3 Prozent auf 564 Millionen Euro im Einlagengeschäft verzeichnete die Volksbank eG, Waltrop einen absoluten Bestwert. Dabei hielt der bereits im Vorjahr durchsetzende Trend zur sicheren und kurzfristig verfügbaren Anlage verstärkt an. Und auch das Kreditgeschäft verzeichnete ein Rekordwachstum von 7,2 Prozent auf 437 Millionen Euro. Dieser Anstieg war nicht von Großprojekten, sondern durch eine breite Vielzahl von Kreditgeschäften (2/3 Baufinanzierungen und 1/3 gewerbliche Finanzierungen) geprägt. „Das Kreditgeschäft ist eines unserer Kerngeschäftsfelder und dies soll auch so bleiben. Als regionales Kreditinstitut bekennen wir uns zur Region und verstehen uns als verlässlicher Partner des Mittelstandes und der Privatpersonen,“ berichtete Suttmeyer.

 

Doch diesen positiven Nachrichten und Zahlen aus der gesamten genossenschaftlichen Finanzgruppe stehen gravierende Entwicklungen gegenüber.

Die Staatsschuldenkrise dauert weiter an. Hilfsmaßnahmen bislang unvorstellbaren Ausmaßes wurden auf den Weg gebracht. Die Staaten und damit die Steuerzahler mussten Hunderte von Milliarden Euro zur Rettung von Banken aufbringen, die in Schieflage geraten waren. Folglich herrscht Einigkeit darüber, dass eine Neuauflage einer derartigen Krise in Zukunft verhindert werden muss.

Suttmeyer arbeitete heraus, dass die Genossenschaftsbanken die Finanzmarktkrise nicht befeuert haben, sondern vielmehr als stabilisierender Faktor dienten. Klar deutlich wurde, dass die Volksbanken anders sind als ‘die Banken‘. Er verwehrte sich gegen Pauschalisierung und forderte vielmehr, dass Andersartigkeit auch differenziert behandelt werden müsste.

 

Eine undifferenzierte Antwort des Gesetzgebers auf die Finanzmarktkrise ist die deutsche Bankenabgabe. Hier müssen in Deutschland tätige Kreditinstitute jährlich in einen Fonds einzahlen, aus dem im Bedarfsfall Schieflagen von in der Bundesrepublik agierenden und zwar nur systemrelevanten Banken bezahlt werden können. Die Volksbank eG, Waltrop kann aus diesem Fonds nie einen Vorteil ziehen. Sie muss vielmehr Beiträge leisten, die später ausschließlich Wettbewerbern helfen.

Den von deutschen Spitzenpolitikern geforderten Sicherungsfonds für die Bankengruppe erfüllen Genossenschaftsbanken schon seit 1934. Denn seit dieser Zeit existiert ein solches Sicherungssystem innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Volks- und Raiffeisenbanken sind seitdem jährlich entsprechend ihrer im Kunden- und Einlagengeschäft eingegangenen Risiken verpflichtet, Haftungsbeiträge in den genossenschaftlichen Sicherungsfonds einzuzahlen.

 

„Noch nie in der Geschichte der Volksbank haben Einleger ihr Erspartes verloren und noch nie wurde der Staat beziehungsweise der Steuerzahler in Anspruch genommen. Denn wir sind anders“, betonte Suttmeyer, „wir begleiten unsere Kunden, stehen den Menschen und Unternehmen zur Seite und fördern die Realwirtschaft. Dieser Aufgabe stellen wir uns seit 128 Jahren. Denn das ist der Förderauftrag für unsere Mitglieder und für unsere Region.“

 

Die Auszählung der Stimmen, so Versammlungsleiter Klaus Eickenscheidt, erfolge übrigens am heutigen Dienstag durch Mitglieder des Wahlausschusses und Mitarbeiter der Volksbank. Im Anschluss hieran würden die nominierten Mitglieder schriftlich über das Wahlergebnis informiert.

 

Die erste Versammlung des neu gebildeten ‘Bankparlaments‘ findet am 19. Juni 2013 statt.