Die DNA der Genossenschaften ist gefragt wie nie

Pressemitteilung vom 20.06.2013

Vertreterversammlung: Die Zahl der Volksbank-Mitglieder wächst weiter, das Geschäft mit den Kunden auch

Mit guter Beratung und genossenschaftlichen Werten punktet die Volksbank eG bei ihren Mitgliedern und Kunden. Dem deutlichen Wachstum im Volumen folgte aber kein gesteigerter Ertrag. Dafür ist das Zinsniveau zu niedrig, der Wettbewerb ist stark umkämpft. Das berichtete Vorstandssprecher Ludger Suttmeyer am Mittwoch in der Stadthalle Castrop-Rauxel vor den neugewählten Mitgliedern der Vertreterversammlung der Kreditgenossenschaft. 401 Kandidaten hatten in regionalen Versammlungen zur Wahl gestanden, 342 Vertreter plus 18 Ersatzvertreter waren für vier Jahre in das Mitgliederparlament entsandt worden.

 

Suttmeyer stellte seinen Bericht unter das Motto „In guten Händen“. Er nannte zunächst die Werte, denen sich die Volksbank mit ihren inzwischen 34.147 Mitgliedern – davon 1.499 neue Teilhaber – verpflichtet fühlt. Unter anderem Respekt, Solidarität, Verantwortung, Transparenz und Ehrlichkeit seien jetzt auch in der Gesellschaft wieder en vogue: „Die DNA der Genossenschaften ist gefragt wie nie.“

 

Es gehe dabei „um gelebte Werte und nicht nur um Werte, die in Hochglanz gedruckt sind. Werte müssen konkret und erlebbar sein. Unser Handeln auf der Grundlage der genossenschaftlichen Werte bildet unsere Sinnbasis. Und Sinn überzeugt und schafft Vertrauen. Vertrauen ist in diesen Tagen der Krisen ein Privileg von unschätzbarem Wert“, sagte der Vorstandssprecher. Über 55.000 Kunden werden aktuell in der Emscher-Lippe-Region auf dieser Basis betreut und beraten.

 

Diese besondere Art und Weise anders zu sein als andere Banken bestätigt sich für Kunden, Mitglieder und Volksbank auch ganz konkret in Zahlen. „Trotz der von Unsicherheit geprägten Zeiten hat sich unsere Bank mehr als behauptet“, so Suttmeyer: „Wir haben Volumenszuwächse erreicht und damit Marktanteile gewonnen, die wir vorher nicht unbedingt für möglich gehalten hätten. Allerdings leidet auch unsere Ertragslage unter dem historisch niedrigen Zinsniveau.“

 

Die Entwicklung im Einzelnen: Die Bilanzsumme stieg deutlich um 4,9 Prozent auf 723,1 Millionen Euro. Im Fünf-Jahresvergleich war dies mit 33,7 Millionen Euro der höchste Anstieg. „Die Impulse für dieses Wachstum kamen aus dem Kredit- und dem Einlagengeschäft mit unseren Mitgliedern und Kunden“, sagte der Vorstandssprecher.

 

Gerade im Einlagengeschäft hatten die Mitglieder und Kunden der Volksbank in den vergangenen zwölf Monaten noch einmal mehr als deutlich gezeigt, dass sie ihrem regionalen Finanzdienstleister vertrauen und vermehrt bei ihm ihr Erspartes anlegen. Die bilanziellen Einlagen erhöhten sich um 5,4 Prozent auf 564,6 Millionen Euro. Für Suttmeyer ein wirklich starker Vertrauensbeweis angesichts des niedrigen Zinsniveaus und des sehr harten Einlagenwettbewerbs.

 

Das bilanzwirksame Kreditgeschäft verlief noch erfreulicher als das Einlagengeschäft: „Die Kreditausleihungen an unsere Kunden erhöhten sich um deutliche 7,4 Prozent auf 438,3 Millionen Euro, mit 30,1 Millionen € der höchste Anstieg im Fünf-Jahresvergleich.“ Diese positive Entwicklung ist laut Suttmeyer nicht durch Großprojekte, sondern durch eine breite Vielzahl von Kreditgeschäften geprägt. Zwei Drittel machen Baufinanzierungen aus und ein Drittel stammt von gewerblichen Finanzierungen.

 

Suttmeyer ging auch auf ein immer wiederkehrendes Aufregerthema ein: „Weder eine Wirtschaftsbranche, noch eine Alters- oder eine Berufsgruppe sind bei uns pauschal von der Kreditvergabe ausgeschlossen.“ Die von der Volksbank herausgelegten Kredite seien Grundlage für eine dauerhafte Kundenbeziehung: „Auch die von uns künftig zu beachtenden Basel-III -Verschärfungen werden hieran nichts ändern!“

 

Die anvertrauten Kundeneinlagen verschaffen der Kreditgenossenschaft nach wie vor einen ausreichenden Spielraum, die vorhandene und künftige Kreditnachfrage zu bedienen. So standen in 2012 den Einlagen von 564,6 Millionen Euro Ausleihungen von 438,3 Millionen Euro gegenüber. „Ein weiterer wichtiger Schluss hieraus: Wir sind nicht abhängig von Refinanzierungsnotwendigkeiten an den Geld- und Kapitalmärkten, denn wir arbeiten in einem relativ geschlossenen regionalen Geldkreislauf mit unseren Mitgliedern und Kunden“, so der Vorstandssprecher.

 

Auch beim Eigenkapital wurde der Wachstumspfad fortgesetzt. Es stieg in 2012 um 3,6 Prozent auf 49,4 Millionen Euro. „Die Ausstattung unserer Bank mit Eigenkapital ist sehr gut, dazu ausgewogen und nicht mit dubiosen Finanzmarktgeschäften belastet“, erläuterte Suttmeyer.

 

Trotz nennenswerter Geschäftsausweitung musste die Volksbank ein um 1,1 Millionen Euro geringeres Geschäftsergebnis hinnehmen. Am deutlichsten ist das Zinsergebnis weggebrochen. Hier leide das Genossenschaftsinstitut unter dem niedrigen Zinsniveau, das mittlerweile auch in der Wirtschaft und bei den Verbrauchern nicht mehr nur positiv gesehen werde. Hier sprach Suttmeyer sogar von der heimlichen Enteignung der Sparer und Lebensversicherten durch den negativen Realzins.

Um den zukünftigen Unwägbarkeiten jederzeit gewappnet zu sein, bedient die Kreditgenossenschaft den Fonds für allgemeine Bankrisiken mit einer Million Euro. Der Jahresüberschuss liegt mit 2,3 Millionen auf der Höhe des Vorjahres. Den Mitgliedern wurde erneut eine Dividende von sechs Prozent vorgeschlagen.

 

In ihrer Vor-Ort-Bilanz 2012 zeigt die Volksbank ihre Verantwortung für die Region: als Arbeitgeber für 160 Angestellte und Ausbildungsbetrieb für 18 Auszubildende, als Investor im Rahmen der Instandhaltung der Geschäftsstellen mit 1,4 Millionen Euro allein in 2012 und als Zahler von 835.000 Euro Gewerbesteuer an die Kommunen Waltrop, Castrop-Rauxel, Datteln, Lünen und Oer-Erkenschwick. „Als Sponsor und Förderer haben wir 220.000 Euro an 170 Vereine und Institutionen ausgezahlt“, so Suttmeyer. Hinzu komme die Unterstützung der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land sowie das Engagement der Volksbank-Mitarbeiter mit ihren 73 Ehrenämtern in Vereinen und Institutionen.

 

Und das gesellschaftliches Engagement wird auch für die jungen Kunden in der Bank groß geschrieben, denn ‘MEINE BANK‘ ist das neue Konzept für Kinder und Jugendliche. „Mit MEINE BANK füllen wir den genossenschaftlichen Grundgedanken mit Leben und machen deutlich, dass es sich lohnt, sich auch schon in jungen Jahren ehrenamtlich zu engagieren,“ berichtet Suttmeyer stolz. Junge Kunden der Volksbank können Punkte sammeln für z.B. soziale Aktivitäten, sportliche Erfolge oder die Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs – natürlich gibt es auch Punkte, wenn sie mit der Volksbank zusammenarbeiten. Engagement zahlt sich dabei wirklich aus, denn für MEINE BANK-Punkte gibt es Bares Geld aufs Konto.

 

Bei den abschließenden Wahlen zum Aufsichtsrat stellten sich Ulrich Beckmann, Heinz-Peter Limberg, Heinrich Lübke und Heinz zur Nieden zur Wiederwahl. Die Vertreter wählten diese einstimmig erneut in den Aufsichtsrat.