Erfahrungsbericht Perspektivwechsel

Tischlerei Ludbrock - Marvin Gottschlich

Als wir die Vorschlagsliste mit den unterschiedlichen Berufen bekommen haben, habe ich mich direkt für den Tischler entschieden, da Holz für mich schon immer ein interessanter Baustoff war.

Der Tischlerbetrieb „Ludbrock“ ermöglichte mir das Praktikum. Hier sind sechs Mitarbeiter - zwei Meister, drei Gesellen und ein Auszubildender - beschäftigt. Die Firma betreibt ihr Handwerk größtenteils in Oer-Erkenschwick. Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Tischlereibetrieben ist, dass zwei der Gesellen Frauen sind. Der Firmensitz ist gleichzeitig der Standort der großen Werkstatt, mit vielen verschiedenen Maschinen.

An den unterschiedlichen Schleifmaschinen konnte ich schnell viele Bretter und Hölzer schleifen. Dafür waren zwei Arbeitsgänge notwendig. Im ersten schliffen wir die Hölzer grob, um im zweiten Schritt den Feinschliff durchzuführen.

Außerdem besitzt der Betrieb eine eigene Lackiererei, wo der Meister Farben anrührt und die Bretter nach einer vom Kunden gewünschten Farbe lackiert.

Da Herr Ludbrock sehr großen Wert auf die Umwelt legt, besitzt der Betrieb einen eigenen Schredder, wo Abfälle, wie z.B. Pappe oder Holzreste, zerkleinert werden, um sie anschließend als Heizmittel zu verwenden. Dazu durfte ich an der Bandsäge einige Holzreste zurechtschneiden.

In den ersten drei Tagen war ich auf den Baustellen dabei, wo wir ein Schlafzimmer renoviert haben. Das Schlafzimmer war von einem starken Wasserschaden betroffen, woraufhin einige Arbeiten nötig waren. Bei den folgenden Vorarbeiten durfte ich in meinem 1-wöchigem Perspektivwechsel mithelfen. Wir haben dort den Boden für weitere Arbeiten mit Spanplatten und Pappe gesichert, Rollläden restauriert, ein Gerüst aufgebaut, um an der Decke arbeiten zu können und ein Gerüst dort befestigt, damit wir im nächsten Arbeitsschritt an der Decke Rigipsplatten befestigen konnten. Nachdem die Vorarbeiten erledigt waren, sollten dort noch andere Aufträge durchgeführt werden. Für das Schlafzimmer sollten selbstgefertigte Schränke zusammengebaut werden, das Bettgestell vom alten Bett sollte verstärkt werden und die Decke sollte neu eingebaut werden.

Außerdem gehörten Arbeiten, wie das Lager zu ordnen oder bestellte Hölzer einzulagern, zu meinem Aufgabenbereich.

Der Perspektivwechsel war sehr spannend. Ich wurde sofort in das Team eingegliedert und konnte viele Erfahrungen für mich sammeln, die ich im späteren Bankalltag wiederverwenden kann, falls es mal in die Kundenberatung geht.

Ich bedanke mich bei Georg Ludbrock, dass er sich bereit erklärt hat, mich für eine Woche aufzunehmen und mir einen Einblick in seine Arbeit gewährt hat.