Erfahrungsbericht Perspektivwechsel

Reifen-Shop-Gil - Dustin Engler

Von links: Dustin Engler (Auszubildender), Guido Hasenbein (Inh. Reifen-Shop-Gil), Oliver Baron (Regionaldirektor Bereich Henrichenburg), Katharina Wottschel (Leiterin Personalabteilung)

Eintauchen in eine Arbeitswelt ganz ohne Zahlen, das ist die Idee unseres Perspektivwechsels. Schon als kleiner Junge faszinierten mich Autos, deswegen bin ich sehr froh, dass die Volksbank und Guido Hasenbein vom  Reifen-Shop-Gil in Castrop-Rauxel mir die Möglichkeit gaben, eine Woche einen Blick unter meine und fremde Motorhauben zu werfen.

Das Kerngeschäft von Guido Hasenbein ist der Service rund um Autoreifen, d.h. Wechsel und Lagerung von Sommer- und Winterreifen, Verkauf und Montage neuer Reifen und deren Reparatur. Auch deckt er die Bedürfnisse der Kunden in Bezug auf Autoreparaturen ab.

In der Werkstatt herrscht ein „rauerer Ton“ als in der Bank, dennoch waren alle super gut drauf und hatten Spaß bei der Arbeit. Meine erste Aufgabe bestand darin, die Schiebetür eines kleinen Transporters auszubauen. Diese konnte nicht richtig geschlossen werden. Um rostige und defekte Stellen zu verstärken bzw. zu ersetzten, legten wir die Schiebetür auf zwei Böcke. Als ich die Tür trug, wurde mir klar: „Das wird eine anstrengende Woche“.

Bei dem Einbau einer Anhängerkupplung mit entsprechender Stromversorgung für den Anhänger lernte ich vieles über die Elektronik in einem Auto. Das Verlegen des Kabels vom Kofferraum bis unter die Motorhaube erforderte Kreativität und vor allem sehr viel Geduld.

Keine zwei Stunden dauert der Austausch einer Windschutzscheibe. Zu zweit trennten wir die Dichtung der Glasscheibe mit einem Draht vom Rahmen. Anschließend entfernten wir die Kleberreste mit einem unglaublich scharfen Messer und bereiteten das neue Glas unter anderem mit Reinigungsmittel und Spezialkleber für die Montierung vor. Während der Arbeiten musste ich mich sehr darauf konzentrieren nichts falsch zu machen, denn anders als in der Bank kann man einen Riss in der Scheibe nicht einfach stornieren.

Während des Praktikums durfte ich außerdem einen Ölwechsel vornehmen. Mir wurde erklärt welche Schraube zum Ablassen des Öles ist, kurz darauf stand ich „knietief“ darin. Auch wenn ich es mit Humor nahm, mussten Guido und Co. mehr lachen als ich.

Aus dem Perspektivwechsel nehme ich für mich mit, dass es in Kundengesprächen enorm wichtig ist, seinen Kunden und die Branche, in der er tätig ist, gut zu kennen um gemeinsam die perfekte Lösung zu finden. Ist der Berater mit aktuellen Themen der Branche vertraut, wird er vom Kunden ernst genommen und das Vertrauen wird gestärkt. Oftmals besichtigen Berater die Betriebsstätten der Kunden, um sich ein Bild zu verschaffen. Jetzt tauchten wir sogar für eine Woche in die Arbeitswelt der Kunden ein. Natürlich kann man nach einer Woche Handwerksarbeit keine ganze Branche verstehen, aber man gewinnt enorm an Erfahrung.